München - Angesichts der großen Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas hat sich Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in einem Brief an die Bundesregierung für eine strategische Gasreserve ausgesprochen.

"Ich rege an, ähnlich wie bei der Erdölreserve dafür zu sorgen, dass für den Notfall immer ausreichend Gas gespeichert wird", sagte Aigner der Nachrichtenagentur dpa in München. "Wir dürfen die Verantwortung für unsere Gasreserven nicht ausschließlich den Kräften des Marktes überlassen."

Sie habe deshalb Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gebeten, die Schaffung einer solchen nationalen Gasreserve zu prüfen. Bereits jetzt halten die Gasversorger solche Reserven vor - aber freiwillig.

"Wir haben in Deutschland zwar gewaltige Speichermöglichkeiten, aber die Bewirtschaftung dieser Speicher orientiert sich an den Interessen der Händler und dient nicht in erster Linie der Vorsorge für Krisenzeiten", erklärte Aigner. Gashändler hätten keine Systemverantwortung. Die Ministerin betonte allerdings auch, dass Ängste vor einem Ausfall russischer Gaslieferungen trotz der Ukraine-Krise derzeit unbegründet seien.

Der deutsche Staat bunkert für Krisen große Mengen Öl; die strategische Ölreserve muss per Gesetz für 90 Tage reichen. Es gibt auch gewaltige Gasspeicher in Deutschland; diese Gasreserve git als die viertgrößte weltweit. Nach dem milden Winter sind die 47 Gasspeicher gut gefüllt. "Es besteht kein Anlass zur Sorge", hatte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums Anfang März erklärt.