Hamburg | Die Farbe der ARD-Tagesschau ist Blau. Am Sonntagabend war es jedoch minutenlang ein sattes Schwarz. Statt des Wetterberichts blickten die Zuschauer auf einen dunklen Schirm. Was war da los? Ein neues Erdbeben vielleicht oder eine versteckte NSA-Attacke? Keiner weiß es. Die ARD-Chefs sind aber sicher: An der neuen Studio-Technik hat es nicht gelegen!

Jahrelang haben sie in Hamburg daran gearbeitet und fast 24 Millionen Gebühren-Euros hineingesteckt. Knüller ist die 18 Meter breite Videowand. Sieben Beamer bespielen sie mit 3-D-Grafiken, Panoramabildern, Fotos und Videos. Nur nicht mit dem Wetterbericht. Der kommt aus Frankfurt. Wenn er kommt.

Es ist schon ein Kreuz mit diesen neumodischen Sendeanlagen. Als das ZDF seine heute-Leute vor knapp fünf Jahren in ein topmodernes Studio stellte, lief das auch nicht ganz glatt ab. Der Mainzer Sender hatte sogar 30 Millionen Euro in computeranimierte Nachrichten investiert. Leider gerieten die Moderatoren ins Hintertreffen. Sie waren vor all der Technik kaum noch zu sehen. Das wurde zurechtgerückt.

Das ZDF-Studio trägt den wenig schmeichelhaften Beinamen "Grüne Hölle". Immer noch besser, als mit der Tagesschau in einem schwarzen Loch zu landen.