Berlin - Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, lässt die Kritik seines Vorgängers an der Attraktivitätsoffensive für die Armee nicht gelten.

Rückwärts gerichtete Kritik schade der Bundeswehr, sagte Wieker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag), ohne den Namen Harld Kujat zu nennen. Dieser hatte am Wochenende im "Focus" gerügt, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe "ganz offensichtlich keine Ahnung vom Militär". Sie komme ihm vor "wie eine gute Hausfrau, die ihre Kinder versorgt".

Wieker hielt dagegen: "Mit welchem Recht ereifert man sich über eine Ressortchefin, die sich bemüht, für die gut 250 000 Soldaten und zivilen Mitarbeiter eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu erwirken?" Von der Leyen will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro investieren, um die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu machen.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung rückte Kujat (72) von seiner Kritik an der Verteidigungsministerin inzwischen wieder ab. Wie die Zeitung (Freitag) berichtete, schrieb Kujat in einem persönlichen Brief an von der Leyen (CDU), ein entsprechendes Interview sei nicht autorisiert gewesen.