London | Was bei uns in Deutschland nicht schon alles auf der Rückseite der 2-Euro-Sondermünzen zu sehen war: Kirchen, Schlösser, ein Rathaus, ein Tor, kurzum total langweilig. Was das angeht, haben uns die Briten einiges voraus. Mit einer Serie ihrer 50-Pence-Münzen vermittelt die Prägeanstalt des Vereinigten Königsreichs schlichtweg Wissen. Und dann noch Wissen, das dieser Tage ganz besonders gefragt ist: Erklärt wird dort nämlich die Abseitsregel im Fußball.

Wenn ein Brite also auf dem Fußballplatz in seiner Geldbörse kramt, will er entweder feststellen, ob das Geld noch für das nächste Pint Ale oder Cider reicht oder einfach nur die Abseitsregel nachlesen. Da könnte sich die Bundesbank ein Beispiel nehmen.

Ein Beispiel nehmen könnten wir Deutsche uns auch an der Höflichkeit auf der Insel. Denn wenn die Untertanen von Königin Elizabeth II. das ein oder andere 50-Pence-Stück zum Kauf einer Busfahrkarte dem Fahrer überreichen, wird es für deutsche Verhältnisse erneut kurios. Nein, es geht nicht um das legendäre Schlangestehen. Das beherrschen die Inselbewohner nämlich besonders gut. Es geht vielmehr um das Verlassen des Busses an der Zielhaltestelle.

Gedränge an den Türen und Herausdrücken, wie in Deutschland üblich, weit gefehlt. Wenn der Bus hält und sich die Türen öffnen, erst dann stehen die meisten Briten auf und streben zur Ausgangstür. Langsam und ohne Hektik und Gerenne. Und sie verlassen das Gefährt nicht, ohne dem Fahrer ein höflich dankendes "Thank you driver" zuzurufen. In Deutschland würde einen der Busfahrer ob der Dankesworte anschauen, als wäre man von einem anderen Stern.

Es gibt vielleicht mehr von den Briten zu lernen, als wir glauben.