Göttingen hat schon einen "Elch", einen renommierten Satirepreis, der die erste Garde deutscher Witzbolde von Otto Waalkes bis Helge Schneider schmückt. Nun soll die niedersächsische Stadt noch einen Bären als Denkmal bekommen. In Bronze gegossen soll er an den vor acht Jahren gestorbenen Satiriker Robert Gernhardt erinnern. Er hatte einst getextet: "Der Kragenbär, der holt sich munter einen nach dem anderen runter."

Einige Lokalpolitiker sind alles andere als begeistert. So Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), die in dem Bären "keine tiefergehende Botschaft" erkennen kann.

Das sieht der Kasseler Bildhauer Siegfried Böttcher anders. Ihm gehe es "um die Ich-Bezogenheit und dass sich die Leute nur noch mit sich selbst beschäftigen". Böttcher hat bereits ein Modell entworfen, das recht harmlos daherkommt: "Ich habe auf Details im Schritt bewusst verzichtet", sagte er. Gernhardts Witwe habe den 16 Zentimeter großen Entwurf schon gesehen. "Sie findet`s gut."

Die fertige Bronzeskulptur soll in etwa die Maße einer Waschmaschine haben und auf dem Robert-Gernhardt-Platz stehen - mitten in Göttingen, wo der Schriftsteller und Mitbegründer der Satire-Zeitschrift "Titanic" lange gelebt hat.

Nach der Sommerpause will der Stadtrat erneut über die Skulptur beraten, und die Chancen für eine Mehrheit sollen gar nicht schlecht stehen. Wenn nicht, hätten zwei andere Städte schon Interesse angemeldet, sagen die Initiatoren. Welche, wollen sie nicht verraten. dpa/egw