Stockholm l Wissenschaft ist staubtrocken? Von wegen! In Schweden sitzt eine muntere Schar musikbegeisterter Forscher. Die fünf Naturwissenschaftler peppen ihren Arbeitsalltag mit kleinen Scherzen auf. Seit fast zwei Jahrzehnten liefern sie sich einen ausgefallenen Wettstreit. Der geht so: Wer kann die meisten Bob-Dylan-Zitate in seine Forschungsaufsätze schmuggeln?

Der Wettkampf begann 1997. Damals überschrieben der Pharmakologe Jon Lundberg und der Mediziner Eddie Weitzberg einen Aufsatz mit "Nitric Oxide and Inflammation: The Answer Is Blowing In the Wind" überschrieben. Stickstoffmonoxid und Entzündungen - da kamen sie sofort auf Dylans berühmtesten Protestsong.

Später stellte sich heraus: Auch andere Institutskollegen nutzen die Musik des weltberühmten Folk- und Rockmusikers als Inspirationsquelle. Sie versteckten Album- und Songtitel in ihren akademischen Arbeiten: "Blood on the Tracks: A Simple Twist of Fate?" überschrieben sie einen Aufsatz über die Möglichkeit, aus Blut Neuronen zu gewinnen. Die Forscher schlossen eine Wette ab: Wer bis zur Rente mehr Dylan-Zitate in Aufsätzen oder Buchkapiteln unterbringen kann, der gewinnt ein Mittagessen.

Ist das nicht Kinderkram? Eine lächerliche Ablenkung von der seriösen wissenschaftlichen Arbeit? Quatsch, wehren die Forscher ab. Sie sagen: Dylans Lyrik stachelt die Kreativität an. Seine Musik ist innovativ. Und auch ein Wissenschaftler muss neue Pfade gehen. Und dafür liefern sie den besten Beweis, unsere Schweden.