Berlin - Hochqualifizierte Fachkräfte aus Staaten außerhalb der EU machen bisher nur wenig Gebrauch von den erweiterten rechtlichen Zuwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland.

Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegt. Demnach nutzten im Vorjahr lediglich 475 Akademiker die Möglichkeit, ein Sechs-Monats-Visum für die Arbeitsplatzsuche in Deutschland zu erhalten.

Die Zahl der Wissenschaftler, die über eine besondere Niederlassungserlaubnis kommen können, ist den Daten zufolge rückläufig: 2013 erhielten nur 38 Wissenschaftler diesen Aufenthaltsstatus, 2014 waren es bisher erst 14. 2012 waren es noch 142 Wissenschaftler.

Die EU-"Blue Card", die seit gut zwei Jahren weitere Fachkräfte nach Deutschland locken soll, erhielten 2013 laut Ministerium 11 290 Menschen. Davon seien 4127 neu eingereist, der Rest hatte bereits einen anderen Aufenthaltsstatus. Im ersten Quartal 2014 wurde die Karte 3086 Zuwanderern gewährt, davon reisten aber nur 1444 neu ein.

"Deutschland ist für Fachkräfte nicht attraktiv genug. Aufenthaltstitel für qualifizierte Ausländer werden weiterhin hauptsächlich an Menschen erteilt, die bereits in Deutschland leben. Visa zur Arbeitssuche werden selten erteilt", sagte der Grünen- Politiker Volker Beck. "Unter dem Strich findet so kaum Einwanderung statt. Das kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht länger leisten."