München I Ehm, was macht eigentlich Edmund Stoiber? Kurz gesagt: Immer weiter. Im Oktober wurde er nach sieben Jahren als Vorsitzender der "Hochrangigen Gruppe im Bereich Verwaltungslasten" der EU hochgelobt in den Ruhestand verabschiedet. Die Aufgabe, sperrige EU-Vorschriften wirtschaftsfreundlich zu entrümpeln schien, ehm, zwar nicht gelöst, aber doch entscheidend vorangebracht.

Was passiert nun kurz vor Weihnachten? Der neue EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ernennt Bayerns Ex-Ministerpräsidenten zum "Sonderberater für bessere Rechtsetzung". Die gleiche Sache mit anderem Namenscode.

Na, da schau, ehm, an: Mit 73 startet der Stoiber noch mal durch! Dabei war "das blonde Fallbeil", wie er als CSU-Generalsekretär in politischer Frühzeit genannt wurde, schon so oft im scheinbaren Abseits gelandet.

Die Bundestagswahl 2002 vergeigte Stoiber, nachdem ihm Angela Merkel den Vortritt gelassen hatte. Stattdessen wurde Gerhard Schröder wieder Regierungschef. Als der 2005 vorzeitig am Ende war, schnappte Merkel ihm die Kanzlerschaft weg. Weil seine Christsozialen ihn auch als Ministerpäsidenten nicht mehr wollten, ging er 2007 von selbst. Statt im Verdruss zu enden, schüttelte sich der Bayer nur mal kurz und stürzte sich, ehm - auf die nächste Pflicht.

Irgendwie ist an Stoiber ein Preuße verlorengegangen. Das würde er selbst wohl aufs Schärfste bestreiten. Doch vielleicht länger ein Amt zu bekleiden als Mutti, ehm, Merkel - das könnte ihm gewiss gefallen.