Magdeburg l Die milden Temperaturen haben den Einzelhändlern in Sachsen-Anhalt miese Geschäfte beschert. Die Umsätze liegen unter Vorjahresniveau. Der am Montag beginnende Winterschlussverkauf soll nun die Lager leeren.

"Die Witterungsumstände waren nicht optimal für den Verkauf von Winterwaren", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen. Einzelhändler in Sachsen-Anhalt bestätigen die Einschätzung des Verbandes.

"Für uns war der Dezember zu warm", sagte Dietmar Hanisch, der in der Innenstadt von Wernigerode (Landkreis Harz) ein Sportgeschäft betreibt. Das Geschäft mit den Winterwaren sei bisher enttäuschend gewesen, erklärte der 56-Jährige, der in Wernigerode im Vorstand der Kaufmannsgilde sitzt. "Der milde Winter hat dazu beigetragen, dass die Lager unserer Einzelhändler im Textilbereich gut gefüllt sind", bestätigte Margaret Stange-Gläsener, Centermanagerin des Allee-Centers in Magdeburg. Mehr als die Hälfte der 150 Einzelhändler im größten Einkaufszentrum der Landeshauptstadt verdient ihr Geld mit Textilien.

Der Winterschlussverkauf, der am heutigen Montag beginnt, muss Platz schaffen für die neuen Frühjahrs-Kollektionen. "Rabatte bis zu 70 Prozent könnten wieder drin sein", sagte Knut Bernsen. Wenn allerdings nur noch wenige Waren auf Lager seien, werde der Einzelhändler in der Regel beim Preis keine Zugeständnisse machen. Voraussichtlich würden sich etwa 75 Prozent der Einzelhändler am diesjährigen WSV beteiligen. Seit 2006 ist der Winterschlussverkauf nicht mehr gesetzlich geregelt, sondern freiwillig. "Reduzierungen gibt es aber auch schon im Vorfeld und manchmal auch im Nachlauf", erklärte Bernsen. In der Regel gelte, dass derjenige Kunde die größte Auswahl hat, der als erster im Geschäft steht.

Zumindest beim Winterschlussverkauf sieht Bernsen keine Online-Konkurrenz: "Die Menschen wollen neue Sachen gleich ausprobieren."