München - Die Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat von 1980 könnten nach Einschätzung des Opferanwalts Werner Dietrich etwa zwei Jahre dauern. Es seien rund 100 000 Seiten Akten aufzuarbeiten, sagte Dietrich bei einer Veranstaltung der Landtags-SPD in München.

Sollte es zum Prozess kommen, sei die Dimension wahrscheinlich noch größer als beim NSU-Prozess, der seit fast zwei Jahren vor dem Münchner Oberlandesgericht läuft.

Beim Oktoberfest-Attentat gab es mehr Opfer - allein 211 Verletzte - und damit mehr mögliche Nebenkläger. Die Bombe riss damals 13 Menschen in den Tod, unter ihnen der Attentäter Gundolf Köhler, ein ehemaliger Anhänger der "Wehrsportgruppe Hoffmann".

Der Rechtsextremismusexperte der SPD-Landtagsfraktion, Florian Ritter, stellte eine Anfrage an die Staatsregierung nach dem Verbleib einer abgerissenen Hand vom Tatort. Das Fragment könnte heute ein wichtiges Beweismittel sein, verschwand aber auf ungeklärte Weise. Opfervertreter spekulieren, die Hand könnte möglicherweise einem Mittäter weggerissen worden sein, der flüchten konnte.