Magdeburg | Liebe Männer, bitte jauchzen und frohlocken Sie jetzt. Denn Ihnen wurde eine Studie geschenkt, deren Ergebnis Ihr bitteres Arbeitsleben mächtig versüßt: Die auffälligen Gesäßtaschen Ihrer Anzughose, das teure Rasierwasser Marke Eau de Verlockung, die Übungen vor dem Spiegel für den perfekten Ich-würde-nicht-nein-sagen-Blick - es hat sich gelohnt. Ja, Sie werden von uns Frauen sexuell belästigt. Auch wenn Sie das fast nie bemerken. Falls sie nun im Zuge Ihres Freudentaumels mit dem Gedanken spielen, ein paar Dankesworte an den Auftraggeber dieser Studie niederzuschreiben, richten Sie diese bitte an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Dass diese tatsächlich im Sinn hatte, Männern das Gefühl zu geben, begehrt zu werden, ist zwar nicht eindeutig belegbar. Doch das ist auch unwichtig. Was zählt, sind die Fakten. Und die sagen: 56 Prozent der Männer haben im Job schon mal eine "gesetzlich verbotene Situation" erlebt - doch nur sieben Prozent hatten auch selbst das Gefühl, sexuell belästigt zu werden. Eigentlich kein Wunder. Wir Frauen machen das eben subtil. Wenn wir morgens im Büro in unsere Tasse pusten und rufen "Der ist aber heiß!", dann meinen wir doch nicht den Kaffee...

Mit den Ergebnissen der Studie soll eine Expertenkommission nun Empfehlungen für die Politik erarbeiten. Ein Vorschlag liegt ja wohl auf der Hand: staatlich geförderte Weiterbildungen zur Kommunikation zwischen Mann und Frau. Bis es soweit ist, könnten wir Frauen unsere Kollegen statt mit einem zweideutigen Händedruck ruhig auch mal mit einem Klaps auf den Po begrüßen.