Hannover | Wer glaubt, Esel seien nur beim Gepäckschleppen eine Hilfe, der irrt: Tino Barth, Schafshalter aus Niedersachsen, hat sich die störrischen Gefährten zu einem ganz anderen Zweck angeschafft. Sie sollen seine Herde vor Wölfen schützen. Wieso sie dafür von Natur aus prädestiniert sind, erklärt er so: "Der Esel kennt anders als die Schafe kein Fluchtverhalten. Er stellt sich dem Raubtier und versucht, es erst mit Geschrei, dann mit Tritten zu vertreiben." Und so hat sich Bath neulich drei Esel gekauft, die auf seine 200 Schafe aufpassen sollen.


Die natürliche Alarmanlage, sagt er, funktioniert nicht nur bei Wölfen. Auch wenn sich Hunde und Luchse in Schaf-Nähe wagen, machen seine Helfer Rabatz. "Die Schreie, die ein Esel bei Gefahr ausstößt, sind schon furchterregend", erzählt der Niedersachse. Wahrscheinlich sind sie auch ganz schön überraschend. Welcher Wolf rechnet bei seinem Raubzug schon mit einem "Iii-Aaa"?

Die Esel haben sogar noch mehr drauf als nur Schreien: Sie sorgen dafür, dass die Schafe bei Angriffen schön zusammenbleiben. Rennen sie nämlich auseinander, fühlt sich der Wolf erst recht animiert, sie sich zur Zwischenmahlzeit zu machen.

Tino Bath ist nicht der erste Schafszüchter mit Hüte-Esel. Bei uns in Sachsen-Anhalt gibt`s das Ganze auch. Die Idee ist allerdings schon sehr, sehr alt. Sie stammt von den Gebrüdern Grimm. Bei den "Bremer Stadtmusikanten" schlug doch auch der Esel mit seinem Geschrei die Räuber in die Flucht. Nur dass er da Hilfe von ein paar Kumpels hatte.