Cupertino | Verlassen Sie die Autobahn an der nächsten Ausfahrt und biegen danach wenn möglich links ab. Kurz vor der Ausfahrt klingt die Stimme aus dem Navigationsgerät dann schon etwas nachdrücklicher und wirkt dabei fast wie auf dem Kasernenhof: "Biegen Sie jetzt rechts ab und verlassen Sie die Autobahn."

Nur was ist, wenn das Ziel noch in weiter Ferne ist und ein Verlassen der Autobahn 400 Kilometer vor der eigentlichen Ausfahrt eher Verwunderung beim Fahrer auslöst? Hat das letzte automatische Update etwas Unerwartetes eingespielt? Steuert Siri, TomTom oder wie die Stimme aus der schwarzen Kiste auch immer heißen mag, ein eigenes Ziel an?

Oder haben russische Hacker den ein oder anderen amerikanischen GPS-Navigationssatelliten übernommen und leiten nun alle Autofahrer direkt nach Moskau um? Nein, die "Hacker" sitzen nicht in der Lubjanka, sondern eher in Cupertino im Silicon Valley und mögen offensichtlich angebissenes Obst mehr als Putin und Wodka.

Doch eigentlich wollte das Navi mit dem "kleinen" Umweg dem Fahrer nur einen guten Handy- und mobilen Internetempfang sichern. Auch wenn das heißt, dass Gebiete wie die Altmark oder der Oberharz dann quasi gleich von der Navi-Wegweisung ausgeblendet werden.

Und wem haben wir die zukünftig fast autofreien Regionen im ländlichen Sachsen-Anhalt zu verdanken? Klar, Apple, das jüngst ein Patent für die Navigation mit Funkloch-Umfahrung erhalten hat.

Übrigens, die dazu nötigen Informationen zu Mobilfunkmasten und deren Signalstärke soll das US-Unternehmen bereits seit langem sammeln.

Nicht, dass der Weg nach Langley plötzlich durch Cupertino führt.