Magdeburg | Die Landeszentralbank hat Banken und Sparkassen in Sachsen-Anhalt aufgefordert, Euro-Münzen mit griechischem Hoheitszeichen aus dem Bargeldverkehr zu nehmen. Dies geht aus einem internen Schreiben hervor, welches der Volksstimme vorliegt. Auf griechischen Euros ist eine Eule abgebildet.

Das Schreiben bezieht sich auf eine Anweisung aus dem Bundesfinanzministerium. Hintergrund ist, dass im Fall eines unkontrollierten Athener Euro-Austritts der Geldumlauf griechischer Münzen in der Bundesrepublik so gering wie möglich gehalten werden soll. Papierbanknoten könnten in Griechenland - sollte es tatsächlich zu einem spontanen Austritt des Landes aus dem Euroverbund kommen - nach dem Vorbild anderer Währungsumstellungen mit Stempel-Markierungen als Sonderwährung gekennzeichnet werden. Bei Münzen ist das nicht möglich. Auf Grund dessen sei eine "möglichst weitreichende Umlaufbegrenzung der griechischen Münzen" vorgesehen, heißt es in dem Schreiben an die Geldinstitute.

Das Finanzministerium wollte auf Nachfrage die Anweisung der Landeszentralbank nicht bestätigen. Ein Sprecher versicherte aber, dass Euromünzen, auf denen griechische Hoheitszeichen abgebildet sind, auch in Zukunft gesetzliche Zahlungsmittel in ganz Europa bleiben werden - unabhängig davon, wie sich Athen entscheidet.

In Deutschland sind nach Expertenschätzung bis zu vier Milliarden "Eulen-Euro" im Umlauf. Vor allem über den Tourismus-Austausch haben sie in der Bundesrepublik Verbreitung gefunden. Ein Umtausch griechischer Euro-Münzen ist in allen Banken und Sparkassen möglich.