Schönebeck | Bis zu 30 Hühnereier passen in ein einziges Straußenei. Sechs bis sieben Personen könnten davon satt werden, wenn sie erst einmal das Innere aus der drei Millimeter dicken Eierschale geholt haben. Wie das geht? "Mit einem Bohrer", erklärt Silke Bartsch. Sie züchtet gemeinsam mit ihrem Mann Mike Strauße in Schönebeck. Es ist ein Hobby der beiden.

Ist erst ein Loch im Ei, müssen weitere Geschütze aufgefahren werden, um an Eiweiß und Eigelb heranzukommen. Ein Kompressor zum Beispiel. "Aber damit muss man ganz vorsichtig sein", sagt Silke Bartsch. Mit dem Gerät und der zusätzlichen Hilfe eines Strohhalmes wird das flüssige Ei aus der Schale gepresst. "Am besten macht man daraus Rührei", gibt die Straußenzüchterin einen Tipp.

Um das komplette Ei zu kochen, braucht es Geduld. Das Straußenei weichzukochen dauert schon rund 40 Minuten, ein hartgekochtes Ei benötigt mindestens das Doppelte an Zeit. "Als Frühstücksei ist es daher nicht geeignet", meint Silke Bartsch.

Straußenei als Gag

Das Straußenei ist quasi ein Osterei in XXL-Format. "Für einige Leute ist es ein Gag-Geschenk zu Ostern", erzählt Silke Bartsch. Für sie sind die durchschnittlich 15 Zentimeter großen Straußeneier etwas Besonderes. "Jedes Ei hat von Natur her eine andere Färbung." Deshalb lassen Silke und Mike Bartsch ihre Straußeneier gravieren. "Wir lassen auf die Eierschalen meist Motive wie die australische Savanne eingravieren. Bilder, die zum eigentlichen Lebensraum des Straußes passen", sagt sie.

Sieben Strauße beherbergt das Ehepaar auf seiner Farm. Mit Hühnern sind die Tiere, was das Eierlegen angeht, nicht zu vergleichen. Bei sonnigem Wetter fangen die Tiere bereits Anfang März an, Eier zu legen. Diese auszubrüten dauert wiederum 12 bis 16 Monate. "In unserer Region legen Strauße allgemein nicht viele Eier", erklärt Mike Bartsch. "Vergangenes Jahr hatten wir nur rund 30 Stück."

Straußenei als Lampe

Besonders eindrucksvoll kommen die gravierten Eier zur Geltung, wenn sie als Dekoration zu Ostern von Innen beleuchtet werden, erzählt Silke Bartsch. Um die beigefarbenen Straußeneier zum Leuchten zu bringen, müsse vorher die innere Haut entfernt werden. "Das funktioniert gut mit Essig", erläutert Mike Bartsch. "Nachdem man ein Loch ins Ei gebohrt und das Innere entfernt hat, kommt der als Lösung für ein paar Stunden hinein. Denn ohne Haut scheint das Licht besser durch."

Zum Osterfest möchte sich Familie Bartsch ein beleuchtetes Straußenei zur Dekoration ins Haus stellen. Als XXL-Hingucker.