Berlin - Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hält ein weiteres Griechenland-Hilfsprogramm für notwendig. "Wir sollten uns alle auf ein drittes Hilfspaket einstellen", sagte sie der "Welt am Sonntag".

"Ich sehe nicht, dass Griechenland schon im Frühsommer auf eigenen Beinen steht", sagte Göring-Eckardt weiter. Gleichzeitig warnte sie Athen vor einer Annäherung an Russland. "Die griechische Regierung ist gut beraten, für kurzfristige Vorteile nicht die Spaltung Europas zu riskieren", sagte Göring-Eckardt vor der am Mittwoch geplanten Moskau-Reise des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

Sie könne verstehen, wenn Tsipras mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über günstigere Energiepreise rede. "Und ich kann auch verstehen, wenn sich beide fragen: Was folgt, wenn im Juni die Sanktionen auslaufen, die Europa in der Ukraine-Krise gegen Moskau verhängt hat? Für die griechische Landwirtschaft sind diese Exporte zentral. Was allerdings gar nicht geht, ist der Versuch, Griechenland zwischen Europa und Russland zu positionieren", so Göring-Eckardt. "Ich habe allerdings auch nicht den Eindruck, dass Athen eine Pendeldiplomatie betreiben will wie Nikosia 2013 in der Zypern-Krise."