Perl - Die Länder fordern eine bessere Verteilung minderjähriger Flüchtlinge innerhalb Deutschlands. Angesichts der steigenden Zahl seien die geltenden Regelungen unzureichend, erklärten die Familienminister zum Abschluss ihrer Jahrestagung im saarländischen Perl.

Bisher würden die Jugendlichen nur in den Jugendämtern weniger Kommunen betreut. Ein entsprechender Gesetzentwurf des Bundesfamilienministerium müsse zügig in Kraft treten.

Besonders viele junge Flüchtlinge haben laut dem hessischen Minister Stefan Grüttner (CDU) neben Hessen vor allem Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg aufgenommen. In Bayern lebten 38 Prozent aller in Deutschland angekommenen "minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge", in Hessen 14 Prozent.

Ende 2014 waren nach Angaben des Bundesfamilienministeriums etwa 18 000 junge Flüchtlinge, die ohne Familie nach Deutschland gekommen waren, in der Obhut der Jugendämter oder bei Pflegeeltern, in Wohnheimen und anderen Einrichtungen untergebracht.

Die Kommunen bräuchten Gewissheit, dass ihnen die Kosten zügig erstattet würden, forderten die Minister. Die Ministerinnen aus dem Saarland und aus Nordrhein-Westfalen, Monika Bachmann (CDU) und Ute Schäfer (SPD), betonten, es gehe auch darum, die oft traumatisierten Kinder und Jugendlichen optimal zu betreuen und ihnen eine Perspektive zu geben.