Berlin (dpa) l Deutschland will die teils miteinander zerstrittenen Staaten auf dem westlichen Balkan näher an die Europäische Union (EU) heranführen. Auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kamen Staats- und Regierungschefs aus den sieben Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie aus Albanien am Donnerstag in Berlin zu einer Konferenz zusammen.

Grundsätzlich vertritt die Bundesregierung die Auffassung, dass alle Länder des westlichen Balkans eine "Beitrittsperspektive" haben. Konkrete Zusagen wurden aber auch von der Konferenz in Berlin nicht erwartet. Für 2015 ist bereits eine Folgekonferenz in Wien geplant.

Eingeladen waren Albanien, Bosnien-Herzegowina, das Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien. Davon sind Kroatien und Slowenien bereits Mitglieder der EU. Die anderen Staaten sind bei ihren Bemühungen um eine Aufnahme in den 28er-Club unterschiedlich weit. Insbesondere zwischen Serbien und seiner ehemaligen Provinz Kosovo gibt es Konflikte.

Zum Auftakt gab es von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Lob für bisherige Fortschritte, aber auch die Mahnung, weitere Reformen umzusetzen. "Die Zukunft der Balkan-Staaten liegt in der Europäischen Union", versprach der Vizekanzler. Zugleich forderte er mehr Anstrengungen für Wettbewerbsfähigkeit, Rechtssicherheit und eine gute Infrastruktur.