Berlin (dpa) l Die Koalition will mehr gegen Langzeitarbeitslosigkeit tun. Ihre Pläne dazu will Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in der kommenden Woche vorstellen. Für Aufsehen sorgte am Freitag ein Debattenbeitrag aus der Unionsfraktion, nach dem die umstrittenen Sanktionen für Hartz-IV-Bezieher um Prämien und positive Anreize ergänzt werden sollen.

Angedacht seien Belohnungen für Arbeitslose, die sich besonders eifrig um eine Stelle bemühten, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Auch die Abschaffung der Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose sehe der Vorstoß vor.

Lob von Sozialverbänden

Um Langzeitarbeitslosen zu ersparen, lange in als sinnlos erscheinenden Tätigkeiten festzustecken, solle es diesen Ideen zufolge eine Förderung eines integrativen Arbeitsmarkts geben. Besonders schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose sollten in geförderten gemeinnützigen Betrieben arbeiten, die allerdings am regulären Markt agieren.

Bei Sozialverbänden und in der Opposition stießen die Vorstöße auf eine positive Resonanz. "In der Unionsfraktion scheint es Bewegung in die richtige Richtung zu geben", sagte der Sozialexperte der Grünen im Bundestag, Wolfgang Strengmann-Kuhn. "Wir müssen weniger auf Bestrafung setzen und mehr auf Belohnung."

Widerstand von der CSU?

Der Paritätische Wohlfahrtsverband begrüßt die Vorschläge aus der Unionsfraktion. "Statt eines hartherzigen Sanktionismus, der sowieso nichts bringt, erleben wir seit langem endlich mal wieder einen politischen Vorstoß zur Unterstützung der Menschen", sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

Mit Spannung wird nun erwartet, wie die Debatte in der Koalition weitergeht. CSU-Chef Horst Seehofer hatte sich gegen Erleichterungen bei Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher gewandt. Nahles will Arbeitslose unter 25 Jahren künftig nicht mehr strenger behandeln als Ältere. Bayern lehnt das ab.