Seidenstrße und Gas
"Seidenstraßen-Fonds" China will aus seinen Währungsreserven 40 Milliarden US-Dollar bereitstellen, damit Märkte in Asien verkehrstechnisch besser verbunden werden. Ziel sei es, "den Flaschenhals in den Verbindungen in Asien zu beenden", sagte Chinas Präsident Xi Jinping am Sonnabend. Ferner sollen 100 Milliarden US-Dollar für die heimische Infrastruktur bereitgestellt werden.

Erdgas. Russland und China haben am Sonntag eine Vereinbarung über umfangreiche zusätzliche Gaslieferungen ab 2019 geschlossen. Es geht um jährlich 30 Milliarden Kubikmeter über 30 Jahre. Dafür muss eine neue Pipeline gebaut werden. Die Lieferungen wären zusätzlich zu dem 30-jährigen Gasgeschäft über 38 Milliarden Kubikmeter mit einem Umfang von 400 Milliarden US-Dollar, das im Mai unterzeichnet wurde. Europa wird ebenfalls aus Westsibirien bedient. (dpa)

China will die neue Handelsordnung im Raum Asien-Pazifik maßgeblich mitgestalten. Zur Eröffnung eines Treffens der Wirtschaftsführer der Asiatisch-Pazifischen Kooperationsgemeinschaft (Apec) rief Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zu engerer Kooperation und wirtschaftlicher Integration auf. China werde 40 Milliarden US-Dollar in einen "Seidenstraßen-Fonds" stecken, um die Märkte besser anzubinden.

Chinas Staats- und Parteichef verfolgt seit einem Jahr seine Idee einer "neuen Seidenstraße" auf dem Landweg durch Zentralasien nach Europa sowie auf dem Seeweg von China durch die Straße von Malakka, den Indischen Ozean, den Suez-Kanal bis ins Mittelmeer.

Mit Russland unterzeichnete China am Sonntag 17 Abkommen, darunter eine Absichtserklärung über umfangreiche russische Gaslieferungen. Mit dem Gasgeschäft will Russland angesichts der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise seine Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern. Xi und der russische Präsident Wladimir Putin versicherten sich bei einem Treffen der gegenseitigen Unterstützung und Kooperation "ungeachtet der Veränderungen in der internationalen Arena".

Mit dem "Seidenstraßen-Fonds" sicherte sich Xi unter anderem die Unterstützung der Führer aus Bangladesch, Kambodscha, Laos, der Mongolei, Myanmar, Pakistan und Tadschikistan. Es gehe darum, "einen asiatisch-pazifischen Traum für unsere Völker" zu verwirklichen, sagte Xi Jinping vor 1500 Wirtschaftsführern, die vor dem Apec-Gipfel am heutigen Montag und am Dienstag zusammengekommen sind. Mit neuen Infrastrukturprojekten sollten die Märkte enger miteinander verbunden werden. Diesem Ziel diene auch die Ende Oktober vereinbarte Asiatische In-frastruktur-Investitionsbank (AIIB) in Peking, für die China auch 50 Milliarden US-Dollar Startkapital bereitstellen will.

Chinas Wirtschaft sei zunehmend enger mit der Region und dem Rest der Welt verbunden, sagte Xi Jinping. Er wies Sorgen über eine Abkühlung des Wachstums der zweitgrößten Volkswirtschaft zurück. Die Risiken seien "nicht so furchterregend". Das Wachstum war im dritten Quartal mit 7,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen.

Die Apec-Mitglieder repräsentieren 57 Prozent der Wirtschaftsleistung und 48 Prozent des grenzüberschreitenden Handels in der Welt. Zu dem zweitägigen Gipfel wird auch US-Präsident Barack Obama erwartet.

Die Apec-Mitglieder streben einen leichteren Handelsaustausch und einen Abbau von Zollschranken an. Bei der Neuordnung des Welthandels ringen die USA und China um die Führungsrolle. Die Verhandlungen der USA mit elf Staaten über eine Transpazifische Partnerschaft (TPP) kommen nur langsam voran. China verfolgt hingegen mit 15 Staaten eine Wirtschaftspartnerschaft (RCEP). (dpa)