Nein, in der Haut des Fußball-Bundestrainers möchte man in diesen Tagen weiß Gott nicht stecken. Erst der Ärger um die DFB-Verträge, dann die Causa Kuranyi, dann die Scharmützel mit Frings, schließlich der Ausfall von Stammkeeper Adler. Und nun, quasi als Krönung, der Ballack-Schock.

Wobei das Aus für den "Capitano" wahrscheinlich schwerer wiegt als alle anderen Störfaktoren zusammen. Ballack ist derzeit der einzige deutsche Weltklassespieler überhaupt. Das ist so, als müsste Argentinien auf Messi, Brasilien auf Kaka oder England auf Lampard verzichten. Vielleicht nicht mal so sehr als Mittelfeld-Genius, sondern als Führungsperson, als Leader ist der Mann aus Görlitz alternativlos.

Natürlich bleibt den DFB-Chefs nun kaum anderes übrig, als sich laut Mut zuzusprechen. Aber es klingt verdammt nach Pfeifen im Wald. Machen wir uns nichts vor: Deutschlands Chancen auf den WM-Titel, sollten sie denn je bestanden haben, sind gesunken. (Seite 1)