Früher wurden "Rettungspakete" für Firmen geschnürt, seit 2008 für Banken, 2010 für einen ganzen Staat. Wahrhaft atemberaubend sind Tempo und Ausweitung. Der Bedarf Griechenlands — mit gut elf Millionen einwohnerschwächer als Bayern — schießt nach oben, eine zeitliche Begrenzung der "Hilfe" ist gar nicht erkennbar. Spanien und Portugal werden nur als nächste, nicht letzte Kandidaten gehandelt.

Die Politik, getrieben vom Agieren der "Finanzmärkte" und von "Rating-Agenturen", kommt mit ihren Krisensitzungen und maßlosen Verfügungen über unüberschaubare Steuersummen schon jetzt nicht mehr nach. Die Rechtfertigungen lauten, Schlimmeres verhüten zu wollen. Wer aber etwas tut, obwohl er weiß, dass es falsch ist, weiß auch, dass er dem Verhängnis ausgeliefert ist. Sprechen wir es aus: Wir sitzen in der Falle. Die Politik versucht nur noch, Zeit zu gewinnen, Lösungen hat sie nicht. Niemand weiß, wo wir uns bald wiederfinden.(Politik)