Z: Magdeburg ZS: MD PZ: Wernigerode PZS: WR Prio: höchste Priorität IssueDate: 04.02.2010 23:00:00
Sachsen-Anhalts designierter SPD-Spitzenkandidat Bullerjahn hat in seinem politischen Leben schon einige Mal Wandlungsfähigkeit bewiesen. Zunächst war er einer der Architekten der PDS-tolerierten SPD-Minderheitsregierung (1994-2002). Später dann, 2006, fädelte er das Bündnis mit der CDU ein. In der Großen Koalition wurde er Finanzminister und dozierte fortan über Haushaltskonsolidierung und Personalabbau. Das klang alles kühl, der eigenen Partei fehlte die sozialdemokratische Wärme. Die Frage, ob im Wahlkampf mit Bullerjahn Staat zu machen ist, wurde in der SPD laut.

Dieser hat verstanden und geht mit einem Papier, das viele sozialdemokratische Wünsche enthält, auf die SPD zu. Parteintern wird das Bullerjahn sicherlich Rückenwind verleihen. Als strenger Kassenwart wird er aber angreifbar. Entscheidend für die Wahlaussichten der SPD ist indes, ob der Wähler die erneute Wandlung Bullerjahns für glaubwürdig hält. (Seite 1/Sachsen-Anhalt)