Fast ein Jahr ist es her, da legte Kultusminister Stephan Dorgerloh sein Konzept für die Zukunft der Grundschulen vor. Zu viele Mini-Einrichtungen belasten die Haushalte des Landes und der Kommunen - das war seine Botschaft. Künftig sollten Mindestgrößen gelten, damit nicht länger Ressourcen für wenig Kinder in zu großen Häusern vergeudet werden. Allerdings: Die Mindestgrößen, die er damals nannte, gelten für jede Grundschule ingesamt.

Jetzt auf einmal soll ein zweites Kriterium hinzukommen, die Mindestgröße von 15 Kindern für Anfangsklassen. Die Kommunen müssen das als unfreundlichen Akt verstehen. Denn in vielen Dörfern wird seit Wochen hin- und hergerechnet, welche Schule sich noch retten lässt. Verändert das Land plötzlich die Spielregeln, bricht in etlichen Fällen das kunstvoll ausbalancierte Sytem wieder zusammen. Neue Verunsicherungen bei Eltern sind die Folge. Für eine Reform, die schon im Sommer greifen soll, sind das schlechte Voraussetzungen.