Sinkender Absatz bei steigenden Kosten - dieses bedrohliche Gemisch hat die Branchenriesen des deutschen Biermarktes auf verbotene Pfade geführt. Für ihre Preisabsprachen hagelt es jetzt vom Bundeskartellamt Geldbußen in dreistelliger Millionenhöhe. Fein abgestuft freilich nach der Kooperationsbereitschaft der Unternehmen.

Der Verlust für die Brauer ist aber nicht nur materieller Natur. Das Image eines deutschen Nationalgetränks droht durch die Trickserei Schaden zu nehmen. Dem Biertrinker wird übel, wenn man ihn derart fies hintergeht. Die Käufer werden nun noch kritischer die Preise vergleichen und als Höchststrafe für bekannte Hersteller wohl manchen Kasten im Laden stehenlassen. Darin liegt die Chance für Nischenproduzenten auch in Sachsen-Anhalt. Sie können in Lücken stoßen, die durch den Vertrauensverlust entstehen.

Doch bleibt das Brauen ein hartes Geschäft. Der Bierdurst der Deutschen wird nicht größer.