So hat sich Linken-Spitzenkandidat Gallert den Auftakt für den Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt ganz bestimmt nicht vorgestellt. Seine Partei ist im Land sehr bemüht, mit Inhalten zu punkten. Sie verfolgt eine durchaus pragmatische Grundlinie. Doch die programmatische Kärrnerarbeit wird überlagert von den anhaltenden Eskapaden der Bundespartei.

Die Ost-West-Doppelspitze Lötzsch/Ernst lässt kaum eine Gelegenheit aus, den Wahlkämpfern im Land Steine in den Weg zu legen. Das Tandem agiert glücklos und schafft es nicht, die widerstrebenden Kräfte im Zaum zu halten. Vor allem der in Rumpelstilzchen-Art auftretende Bundeschef Ernst sorgt immer wieder für Störfeuer. So hat ihm sein Lebensstil (Porschefahrer, Almhütte in den Tiroler Alpen) den Ruf eines "Luxus-Linken" eingebracht. Das kommt vielerorts überhaupt nicht gut an. Vor allem im Osten rumort es. Ernst reagiert gereizt: Gerade erst polterte er, eine Partei, die ihren Führungskräften einen bestimmten Lebensstil vorschreibe, sei "attraktiv wie ein Kuhfladen". Solche Sätze bringen ihm nicht unbedingt mehr Sympathien ein.

Lötzsch hat der Linken ohne Not eine Kommunismus-Debatte beschert, die im Super-Wahljahr eine Steilvorlage für alle politischen Gegner ist. Die Diskussion wird auch der Linken in Sachsen-Anhalt schaden, obwohl sie sich von Lötzsch abzugrenzen versucht. Die Linke will nach der Landtagswahl eine Koalition mit der SPD bilden. Die Kapriolen der Linken-Bundesspitze tragen dazu bei, dass Rot-Rot in weite Ferne rückt.