Die politische Diskussion um den vertraulichen Hinweis von Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und den Vertrauensbruch der SPD lassen die Ungereimtheiten bei den Ermittlungen gegen Sebastian Edathy (SPD) in den Hintergrund treten. Aber diese Ermittlungen geben Rätsel auf.

Das Bundekriminalamt hatte die moralisch verwerflichen Nacktfotos aus Kanada als strafrechtlich nicht relevant eingestuft. Dennoch kommt es Anfang Februar zu einer spektakulären Durchsuchungsaktion bei Edathy. Und das, obwohl Zeitungen und Fernsehsender in Deutschland und Österreich schon Mitte November 2013 über die Razzia beim Pornobild-Anbieter in Kanada und deutsche Verdächtige berichtet hatten.

Was erwarteten die Ermittler denn noch bei einem Verdächtigen zu finden, der fast zwei Monate Zeit gehabt hatte, die Bilder aus Kanada - und vielleicht noch andere - verschwinden zu lassen? Bei einem Verdächtigen, dessen Anwälte bereits wegen möglicher Ermittlungen angefragt hatten?