Wladimir Putin hat ein großes strategisches Ziel: Die Wiederauferstehung eines Imperiums, das so weit wie möglich der Ausdehnung der früheren Sowjetunion entspricht. Dazu soll zunächst 2015 die eurasische Zollunion geschaffen werden. Der Kern aus Russland, Weißrussland und Kasachstan ist dem russischen Präsidenten zu wenig. Die Ukraine, zweitgrößter europäischer Flächenstaat, würde die Zollunion ungleich gewichtiger machen.

Fast schien der Nachbar nach der EU-Absage schon im Sack. Dann kam die Maidan-Revolution dazwischen. Russland bleiben aber zwei Druckmittel, die Ukraine in die Knie zu zwingen: wirtschaftliche Erpressung und die vorgebliche Rettung der Russen in der Ukraine. Und zwar beginnend in der sensibelsten Region - auf der Krim. Dass der Westen Russland militärisch in den Arm fällt, scheint nach den Georgien-Erfahrungen unwahrscheinlich. Verteidigen sich die Ukrainer selbst, droht in Europa ein furchtbares Blutvergießen.