Die CDU bleibt ein Kanzlerwahlverein. Das war unter Helmut Kohl so, das ist unter Angela Merkel ebenso. Der Europa-Parteitag der Christdemokraten hat dies eindrucksvoll verdeutlicht. Das Programm für den Urnengang am 25. Mai heißt schlicht Merkel. Obwohl sich die Parteichefin überhaupt nicht um einen Sitz im Europaparlament bewirbt. Ob das dem Wähler auffällt? Wir werden sehen. Ebenso wie die vielen überlebensgroßen Merkel-Plakate.

Damit tritt der Sinn von Wahlen, die Bewertung von Parteizielen per Wählerkreuzchen, weit in den Hintergrund. Doch programmatisch hat die CDU eh wenig Neues zu bieten.

Diese Fixierung auf Merkel birgt schon mittelfristig erhebliche Risiken für die Partei. Denn ein weiteres Mal wird sie wohl nicht mehr um das Kanzleramt kämpfen wollen. Ein geeigneter parteiinterner Nachfolger für den Bundestagswahlkampf 2017 ist aber nicht in Sicht. Das ist die Kehrseite der Medaille, auf der nur einseitig "Angie" strahlt.