Auf den ersten Blick ist der Fall klar: Der Grüne Punkt ist gescheitert. Das Aufkommen von Plastikverpackungen ist nicht gesunken, sondern um 25 Prozent gestiegen. Doch tragen die Privatfirmen, die das System Grüner Punkt betreiben, die ganze Schuld am Debakel?

Die Studie, die der Verband Kommunaler Unternehmen in Auftrag gegeben hat, lässt daran keinen Zweifel. Das ist aber kein Wunder, denn die Kommunen würden lieber selbst die Verpackungen wiederverwerten - weil sich damit in Zeiten steigender Rohstoffpreise viel Geld verdienen lässt. Und dass die Studie jetzt erscheint, hängt damit zusammen, dass der Bund noch 2014 ein neues Wertstoff-Gesetz beschließen will, in dem die Zuständigkeiten zwischen privaten und öffentlichen Entsorgern neu geregelt werden sollen. Kurzum: Es geht wieder nur ums Geld. Und ob den Kommunen das Recyceln und Vermeiden von Plastikmüll besser gelingen würde als den Privaten, ist völlig ungewiss.