Geht es nach den Separatisten in der Ostukraine, tauchen auf Europas Landkarte bald die "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk auf. Das Plazet der Bevölkerung wollen sich die Milizen bei der Volksabstimmung am Sonntag holen. Die Anführer des Aufruhrs tragen zwar den russischen Geist vor sich her, mit der Moskau-Treue ist es aber wohl nicht so weit her wie gedacht. Der russische Präsident Wladimir Putin ist es jedenfalls nicht gewöhnt, dass man sich seinen Weisungen widersetzt. Der Prikas lautete: Referendum umgehend absagen.

Einen Teufel haben die Aufständischen getan. Ein empfindlicher Rückschritt in den Vermittlungsbemühungen, an denen die russische Seite bei der Freilassung der OSZE-Geiseln aktiven Anteil hatte. Jetzt wäre es an der Übergangsregierung in Kiew, ein Signal der Verständigung zu setzen. Zum Beispiel durch Bereitschaft, sich mit den Separatistenführern an einen Tisch zu setzen. Das wäre allemal sinnvoller als die Belagerung abtrünniger Städte.