Wer im Mittelalter mordete, dem drohte die Hinrichtung durch Rädern. Erst nach einem qualvollen Todeskampf hat man den Delinquenten damals erlöst. Allzu weit weg davon ist Amerika heute nicht. Vor kurzem rang ein verurteilter Mörder nach der Giftspritze 43 Minuten lang mit dem Tode. Der Gedanke, dass die USA wegen Nachschubproblemen offenbar Chemikalien aus obskuren Quellen ordern, lässt einem die Nackenhaare zu Berge stehen.

Viel entsetzlicher ist aber die Tatsache, dass es die Todesstrafe in Amerika überhaupt noch gibt. In einem sonst so modernen Land huldigt man einem "Auge um Auge"-Prinzip, das sogar schon Jesus für überholt erklärt hat.

Ganz abgesehen von den Fehlurteilen der Vergangenheit. In Illinois deckte eine Prüfungskommission sogar so viele Ungereimtheiten auf, dass dort ein Republikaner die Todesstrafe abschaffte. Die meisten Bundesstaaten halten jedoch weiter daran fest. Es ist Zeit, dass auch sie im 21. Jahrhundert ankommen.