Das Geheimtreffen der Parteichefs von SPD und Linkspartei ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Sozialdemokraten auch auf Bundesebene ein rot-rot-grünes Bündnis ernsthaft in Erwägung ziehen. Das ist aus SPD-Sicht nachvollziehbar. Denn nur so können die Sozialdemokraten aus einer von vielen nur wenig gemochten Großen Koalition aussteigen.

SPD-Chef Gabriel fährt eine Doppelstrategie. Da er derzeit in Berlin in einer Koalition mit der CDU ist, will er Kanzlerin Merkel nicht durch allzu offene rot-rote Liebeleien unnötig provozieren. Darum verweist er gern auf Differenzen mit den Linken, vor allem in der Außenpolitik.

Doch auch Gabriel weiß, dass die Linken-Realpolitiker bereit sind, für eine Regierungsbeteiligung einen hohen Preis zu zahlen. Im Bund wie auch in den Ländern. Darum hat der SPD-Chef jetzt eine lange Funkstille beendet und somit ein wichtiges Signal an die Linke ausgesendet. Zugleich geht eine klare Botschaft an die CDU: Diese kann perspektivisch nicht mehr auf die SPD bauen.