Es ist nichts Schlechtes daran, dass die Bertelsmann-Stiftung mit großem Getöse für mehr Erzieher in den Kitas und eine Beteiligung des Bundes an den Kosten trommelt - unsere Kinder verdienen die bestmögliche Betreuung. Doch nicht zum ersten Mal ziehen sich die Macher selbst den argumentatorischen Boden unter den Füßen weg, weil sie nicht genau genug hinsehen und Äpfel mit Birnen vergleichen.

Erst ein paar Wochen ist es her, da rügte die Stiftung, in Sachsen-Anhalt würden zu wenige Schüler Ganztagsschulen besuchen - ließ dabei jedoch die Horte außer Acht. Jetzt sind die Kitas dran, und wieder wirft man ein aus DDR-Zeiten stammendes, flächendeckendes Netz der Kinderbetreuung in einen Topf mit den Zuständen im Westen, wo viel mehr Kinder zu Hause betreut werden und Kita-Plätze Mangelware sind. Die Forscher tun gut daran, Herkunft und Bedeutung der Zahlen genauer zu hinterfragen, die sie regelmäßig medienwirksam herausblasen. Sonst ist die Glaubwürdigkeit bald dahin.