Bei ihrer Sanktionspolitik gegen Russland demonstriert die EU bisher weitgehend Einigkeit. Doch es zeigen sich erste Risse im Verbund: Schon vertritt der ewige Querulant Viktor Orban aus Ungarn öffentlich die Meinung, dass sich die Europäer damit ins eigene Bein geschossen hätten. Auch die Slowakei sieht die Embargo-Schritte skeptisch, ebenso wie Bulgarien, das gemeinsam mit den Russen eine Gaspipeline durchs Schwarze Meer bauen will. Aber auch die hartnäckigeren Polen werden auf die Dauer vom Apfel-Essen gegen Putin nicht satt.

Letztlich wird Russland trotz eigener Gegenmaßnahmen wohl den Kürzeren ziehen. Besser wäre es, das nicht auszutesten und sich an den Verhandlungstisch zu setzen. In möglichst großer Runde: Alle europäischen Staaten wissen spätestens seit der Ukraine-Krise, dass gewaltsame Konflikte auf dem Kontinent nicht Geschichte sind, sondern jederzeit ausbrechen können.

Es ist Zeit für ein zweites Helsinki.