Natürlich liegt bei den USA die Hauptverantwortung dafür, die Bedrohung des Nahen Ostens durch den Islamischen Staat abzuwenden. Die Amerikaner haben unter George W. Bush 2003 einen Kriegsgrund vom Himmel gepflückt und sind in den Irak einmarschiert. Nachdem der heutige Präsident Barack Obama die Truppen zurückholte, blieb ein instabiles Staatsgebilde zurück. Ein ideales Gefechtsfeld für islamistischen Terror finsterster Prägung.

Doch fehlt wie vor elf Jahren ein UN-Mandat für die Offensive. Das Legitimationsproblem ist nicht das einzige für die USA und ihre Mitstreiter, darunter diesmal auch Deutschland. Der Westen rekrutiert und bewaffnet im Irak und in Syrien Verbündete, die ihre speziellen Ziele verfolgen. Die Kurden wollen ihren eigenen Staat, die syrische Opposition will vor allem das Assad-Regime beseitigen. Was das am Ende für Folgen hat, weiß niemand. Möglich, dass aus den Bündnisgenossen von heute neue Gegner werden.