Seit Aufstieg und Absturz der Republikaner in den 1980er Jahren galt es als ungeschriebenes Wahlgesetz, dass die CDU die Stimmen rechts von der Mitte abräumt. Plötzlich gibt es im rechtskonservativen Lager die scharfe AfD-Konkurrenz, die in ostdeutschen Ländern aus dem Stand zweistellige Ergebnisse einfährt. Es ist gewiss ein Stück Protest quer durch die Lager, der sich hier dokumentiert. Doch vor allem die CDU erhält damit die Quittung für die von Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel seit Jahren betriebene Entideologisierung der Partei. Die Mitte als alleiniges Etikett der Partei ist einem Teil der Unionswähler offenbar zu schwammig.

Nun wollen die CDU-Konservativen vom "Berliner Kreis" wieder mehr Konservatismus ins Programm schreiben. Merkel hingegen bleibt beim Augen-zu-und-durch und hält erfolgreiche Regierungsarbeit für ausreichend, um mit der Herausforderung AfD fertig zu werden. Reichlich fade Suppe gegen die scharfe Soße, die die AfD serviert.