Von einem Durchmarsch der Ukraine in die EU kann auch nach dem Abschluss des Partnerschaftsabkommens keine Rede sein. Es ist der Beginn einer langen Reise, von der niemand sagen kann, wann und wo sie endet. Für eine europäische Zukunft, die die Kiewer Führung vor sich herträgt, braucht das 45-Millionen-Einwohner-Land einen radikalen Umbau von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Freihandel - mit Rücksicht auf Russland 15 Monate ausgesetzt - kann diesen Prozess unterstützen. Den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft oder dringend notwendige Justizreformen kann die Ukraine nur selbst leisten.

Davor muss das Land allerdings dauerhaft befriedet werden. Im Einvernehmen mit Russland, auch wenn das nach den bitteren Konfrontationen kaum möglich erscheint. Die besiegelten Selbstverwaltungsrechte für die Konfliktgebiete Donezk und Lugansk sind ein erster, wichtiger Ansatz. Weg vom sinnlosen Krieg, hin zur Autonomie der Südostukraine.