Ein Sparkassen-Chef, der jahrelang seine Kompetenzen überschritt; ein Verwaltungsrat, dessen Kontrolle versagte; ein Verband, dem bei Prüfungen lange Zeit nichts auffiel - das allein ist schon Stoff genug für einen packenden Wirtschaftskrimi. Dass bei den Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Stendaler Kreissparkasse jetzt unter dem Dach der Staatsanwaltschaft zahlreiche Beweismittel geschreddert worden sind, folgt dem Drehbuch eines Polit-Thrillers. Mehr noch: Diese Panne ist ein Skandal.

Dass dem Gebaren des Spitzenmannes der Stendaler Sparkasse jahrelang nicht Einhalt geboten wurde, hat viele Kunden des Kreditinstituts - und nicht nur sie - empört. Hier gab es offensichtlich zu wenige Sicherungen im System Sparkasse. Dass bei Sachsen-Anhalts Justiz versehentlich umfangreiches Beweismaterial vernichtet wird, zeugt ebenfalls von nicht ausreichenden Sicherungssystemen. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt viele Fragen zu beantworten.