Die Gründung der Neuen Liberalen ist der Versuch, im einst erfolgreichen Fahrwasser in eine bessere freidemokratische Zukunft zu segeln. Denn die Abtrünnigen der FDP setzen ganz auf sozial-liberale Werte. Die Regierungen Brandt-Scheel und Schmidt-Genscher haben damit von 1969 bis 1982 bundesrepublikanische Geschichte geschrieben.

Mit der Bonner Wende, maßgeblich von Graf Lambsdorff und Genscher initiiert, driftete die Partei als Marktwirtschaftspartner in Unionsregierungen ab. Zeitweise nannte sie sich sogar "Partei der Besserverdienenden". Vor der jüngsten Bundestagswahl wurde die FDP vom Wähler nur noch als Handlangerin von beispielsweise Hoteliers wahrgenommen und aus dem Parlament gejagt.

Jetzt wollen Neue Liberale einen Neuanfang. Die Partei könnte in die künftige politische Landschaft passen: dort die Konservativen und Werterhalter Union und Grüne (vielleicht AfD), hier SPD, Linke und Liberale. Für die alte FDP ist da kein Platz mehr.