Zehn Jahre wurde palavert, diskutiert und gestritten - jetzt ist er da, der Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes. Doch nicht etwa der Sport selbst hat Vorschläge gemacht, wie in Deutschland Betrügern und Händlern, die mit leistungssteigernden Mitteln Profit machen, strafrechtlich das Handwerk gelegt werden könnte. Es ist die Politik, die mit ihrem Gesetzesentwurf eine Steilvorlage für den Kampf um die Grundwerte des Sport und für Fairness und Chancengleichheit gibt.

Dass der DOSB den Entwurf nicht hellauf begeistert mitträgt, wundert nicht. Jeder Vorschlag zur strafrechtlichen Verfolgung dopender Athleten wurde bisher mit Verweis auf die Autonomie des Sports und dessen Gerichtsbarkeit vom Tisch gefegt.

Zugegeben, ein Gesetzentwurf, der lange währt, ist nicht automatisch gleich gut, richtig und über alle Zweifel erhaben - er kann und er muss diskutiert werden. Dass aber der DOSB bis jetzt in der Debatte um das Anti-Doping-Gesetz schweigt, ist mehr als bedenklich. Denn es geht nicht nur um die gesellschaftliche Ächtung des Dopings, sondern vor allem auch um die Glaubwürdigkeit des Sports. Der steht auch in Deutschland unter Verdacht und kämpft darum, dass reine Leistungen wieder anerkannt werden.