Die Gewerkschaft der Polizei hat sich mit ihrer Forderung nach einer 40-Kilometer-Grenze bei Versetzungen verrannt. Es ist nicht vermittelbar, dass im Land eine Berufsgruppe besondere Privilegien bekommen soll. Was sollen dazu Lehrer sagen, die nach einer Schulschließung pendeln müssen? Oder Gefängniswärter, die im Zuge der Justizreform aus dem Landessüden nach Burg versetzt wurden?

Die vom Innenministerium vorgelegte "Dienstvereinbarung" ist gut geeignet, soziale Härten bei der Polizeireform zu vermeiden.Dass die GdP dennoch auf der Kilometer-Grenze beharrt, ist zudem taktisch unklug. Die Polizeigewerkschaften hatten zuletzt ihre Positionen gegenüber der Landesregierung gemeinsam vertreten und so an Stärke und Einfluss gewonnen. Der Gewerkschaftsblock ist jetzt gesprengt. Die GdP steht isoliert da - und hat auch dazu beigetragen, dass Innenminister Stahlknecht und Ministerpräsident Haseloff, die sich bei der Polizeireform wahrlich nicht immer einig waren, zusammenrücken.