Die Lokführer haben zum zweiten Mal in acht Tagen bundesweit gestreikt. Die Tarifverhandlungen mit der Bahn kommen nicht in Gang, der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL erheben lieber Vorwürfe gegeneinander anstatt miteinander zu reden. Büßen muss dafür der Fahrgast.

Fehler haben beide Parteien begangen. Die GDL hat den Streik nicht rechtzeitig angekündigt. Die Bahn hat viele Züge bereits vor Streikbeginn gestrichen. Der überraschte Fahrgast musste zusehen, wie er damit klarkommt.

Doch wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte: Die Konkurrenten der Bahn. Viele Berufspendler und Reisende steigen nun auf Fernbusse um. Finden die Gefallen an der neuen Alternative, tut das am Ende Bahn (weniger Gewinn) und Lokführern (weniger Arbeitsplätze) gleichermaßen weh. Es ist zu befürchten, dass die Fahrgäste für das Chaos sogar doppelt büßen müssen - wenn der Konzern pünktlich zum Jahresende wieder seine Preise anzieht.