Die vom Europäischen Parlament durchgedrückten Wechsel auf zwei Kommissarsposten waren letztlich nur Theaterdonner: Jean-Claude Junckers neue EU-Kommission ist gewählt und kann zum 1. November loslegen. Der Luxemburger stützt sich vor allem auf die beiden größten Fraktionen, die Konservativen und die Sozialdemokraten. Eine solide Basis ist angesichts der zahlreichen Europagegner und sonstigen politischen Versprengten im Parlament unerlässlich.

In der Kommission hat der alte Fuchs Juncker geschickt klargestellt, wer Ross und Reiter ist. Neue Kommissare müssen sich erst bewähren, die bewährten haben neue Ressorts - und der Chef sagt natürlich, wo´s langgeht. Eine erste Gabe für die Europäer hält er schon bereit: ein vorweihnachtliches Investitionsprogramm. Auf die Details dieses warmen Regens von 300 Milliarden Euro darf man sehr gespannt sein. Denn Juncker will dabei ohne neue Schulden auskommen. Das Sig- nal ist klar: Wachstum geht nur mit Investionen, nicht mit der Sparbüchse.