Die Demokraten haben bei der Kongresswahl eine krachende Niederlage eingefahren. Für Barack Obama ist das eine Demütigung. Seine schlechten Umfragewerte haben überall im Land Stimmen gekostet. Das ist bitter für den Präsidenten und sein persönlicher Anteil an der Wahlschlappe. Andererseits ist Obama genau das passiert, was auch schon anderen Präsidenten in ihrer zweiten Amtsperiode passiert ist: Die Wähler straften den Mann ab, den sie zwei Jahre zuvor noch im Amt bestätigt hatten.

Obama ist nach der Kongresswahl eine lahme Ente, die innenpolitisch nicht mehr viel auf die Beine stellen kann. Von Obamas Demokraten werden Kompromisse erwartet, von den Republikanern richtige Arbeit. Der Präsident wird künftig außenpolitisch präsenter sein. Das war auch bei Bill Clinton und George W. Bush so, je näher das Ende ihrer zweiten Amtszeit rückte. Herausforderungen gibt es genug. Sie dürften Obama häufiger als zuvor aus dem Weißen Haus locken.