Bei allen Ärgernissen: Auch nach vier Tagen Bahnstreik wird die Republik noch funktionieren. Den nachhaltigsten Schaden dürfte das ohnehin miese Renommee der Bahn nehmen. Das Management versagt nicht nur beim Streit mit der Gesellschaft, sondern tut sich auch bei der Organisation eines zeitgemäßen Schienenverkehrs schwer.

Die Deutsche Bahn ist - wie die Schifffahrt - seit Jahren Stiefkind der Verkehrspolitik. Die deutsche Einheit mit ihren Projekten hat dies nur kaschiert. Am liebsten hätte der Bund das Fuhrunternehmen gewinnbringend privatisiert. Dagegen soll das Lieblingskind Straßenverkehr nun mit den Maut-Einnahmen gehätschelt werden. Laster verstopfen munter die Autobahnen. Mehr Verkehr auf die Schiene bringen? Davon redet niemand mehr. In der Schweiz sind sie schlauer. Dort wird der Gotthard-Basistunnel, mit 57 km die längste Eisenbahnröhre der Welt, gebaut. Das ist moderne Bahn-Politik.