Die Politik will in Deutschland mit eisernem Besen - sprich einem Antidopinggesetz - für einen sauberen Sport kehren. Dieses Gesetz soll künftig die rechtliche Grundlage für staatliche Sanktionen in Bezug auf Dopingsünder und deren Helfer darstellen.

Dass dem Entwurf nach Ärzten, Pharmazeuten und anderen Hintermännern eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren droht, wenn sie Dopingmittel zum Einsatz gebracht haben, ist nur gerecht. Diesen Übeltätern muss das Handwerk gelegt werden, denn sie gefährden im großen Stil die Gesundheit anderer, leisten dem Betrug Vorschub und machen damit den Reibach.

Dass aber auch gedopte Sportler bis zu drei Jahre hinter Gitter wandern sollen, ist fragwürdig. Erst recht, wenn die verbotenen Mittel unwissentlich in den Körper gelangt sind. Einen Dopingsünder mit einem vorsätzlichen Steuerbetrüger, Kinderschänder oder mit fahrlässiger Tötung gleichzusetzen, ist in jeden Fall unverhältnismäßig und deshalb ungerecht.