Aus dem klaren Nein der Bundesregierung zum Fracking in Deutschland wird durch den neuen Gesetzentwurf ein nuschliges Ja, aber. Zwar betont Umweltministerin Barbara Hendricks, dass die Schiefergas-Förderung mit toxischen Stoffen verboten ist und die umstrittene Methode im Prinzip auf eine Tiefe von mehr als 3000 Meter verbannt wird - doch ein Fracking-Fensterchen bleibt. Sehr zur Verärgerung der Bundesländer, allen voran Schleswig-Holstein.

Der umwelt-sensible Bundesbürger, der diverse Tonnen zur Mülltrennung vor der Tür stehen hat, kann sich nur wundern. Hatte dieselbe Regierung nicht gerade noch vor den unabsehbaren Risiken des Frackings gewarnt? Sind die Bilder von verwüsteten Landstrichen in den USA und in Kanada inklusive der Grundwasserverseuchung auf einmal vergessen? Nun, da fehlt dem Volk eben doch der Weitblick. Und die helfenden Hinweise aus der Wirtschaft. Danach macht selbst die standhafteste Ministerin schon mal das Fenster auf.