In der dramatischen Flüchtlingsfrage irrlichtern Politiker tagtäglich mit Appellen und Warnungen durch die Öffentlichkeit. Da wird vollmundig Willkommenskultur propagiert, die an der nächsten Straßenecke durch unbedachte Unterkunftskonzepte ad absurdum geführt wird. Geht das dann schief, versichern die Parteienvertreter, Ängste und Sorgen der Bevölkerung aufnehmen zu wollen. Aber bitteschön, ohne aus dem eigenen ideologischen Korsett auszubrechen.

Die demokratischen Parteien sind nicht in der Lage, wenigstens in diesem Punkt eine gemeinsame Grundbotschaft in die deutsche Gesellschaft hineinzusenden. Die da klar lauten müsste, dass die Bundesrepublik längst nicht nur ein Einwanderungsland ist, sondern auch Möglichkeiten und humanitären Anspruch hat, Menschen in tatsächlicher Not zeitweise aufzunehmen. Nicht jeder in Deutschland wird bereit sein, Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen. Sie aber am steifen Arm verhungern zu lassen, ist verwerflich.