Da fährt ein Schiff auf Europas Küste zu - mit Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen waren - meist Muslime. Stunden vorher geht die deutsche Kanzlerin die Pegida, die selbsternannten Retter des Abendlandes, scharf an, weil diese gegen Fremde Vorurteile schüren.

Während Menschen in Not auf vollbeladenen Schiffen in Europa Schutz suchen, rufen Menschen, denen es gut geht, dass sie manche der Fremden nicht wollen. Ob das aus Angst geschieht, aus Unwissenheit, aus Enttäuschung von der Politik oder aus Hass, das sei dahingestellt. Das Ergebnis ist immer Ausgrenzung. Weil sich die Kanzlerin gegen diese Kälte, gegen diese Fremdenfeindlichkeit ausspricht, bekommt sie Lob. Allerdings trägt die Regierungschefin auch Verantwortung dafür, dass die Flüchtlingspolitik oft nicht human ist und dass Europa zur Festung ausgebaut wird. Hier wäre mehr zu leisten statt guter Worte.